Diese Verselbstständigungsmaßnahme unterstützt 16- bis 20-jährige Jugendliche und junge Erwachsene – auch unbegleitete Minderjährige Ausländer – auf ihrem Weg in ein eigenständiges, verantwortungsbewusstes Leben. Im Fokus stehen alltagspraktische Kompetenzen, Integrationsförderung und kulturelle Orientierung.

Zielgruppe

Die Maßnahme ist notwendig und geeignet:

Jugendliche/junge Erwachsene/unbegleitete minderjährige Ausländer (16-20 Jahre) weiblich/männlich

Jugendliche/junge Erwachsene, bei denen die pädagogische Betreuung nicht mehr im Vordergrund steht, sondern die Vermittlung von Strategien zur erfolgreichen Bewältigung der anstehenden Selbstständigkeit.

Bei minderjährigen unbegleiteten Ausländern soll zudem die Vermittlung unserer Kultur, deren Werte, Sprachförderung (Integration) erfolgen.

Jugendliche/junge Erwachsene aus der stationären Jugendhilfe, Herkunftsfamilien, Pflegefamilien

In der Regel werden Jugendlichen/junge Erwachsene aus den eigenen Betreuungssettings oder aus Betreuungssettings anderer HZE Maßnahmen aufgenommen, die schon lebenspraktische Fähigkeiten verinnerlicht haben.

Unbegleitete minderjährige Ausländer nur nach abgeschlossenem Clearing

Was ist eine VWG?

Der Focus dieser Maßnahme ist auf die anstehende Verselbstständigung gerichtet. Die Jugendlichen/jungen Erwachsenen sollen nach Verlassen der Wohngemeinschaft in der Lage sein, ein eigenverantwortliches Leben zu führen. Erzieherische Aspekte werden natürlich auch berücksichtigt, jedoch nicht in der Intensität, wie bei einer Unterbringung in einer klassischen Wohngruppe.

Voraussetzungen

Bereitschaft zum Besuch einer Bildungsmaßnahme (z.B. Schule; BVJ, Sprachkurs, Ausbildung)

Bereitschaft, gemeinsam persönliche Ziele zu erarbeiten und zu reflektieren

Bereitschaft, sich an bestehende Regeln zu halten

Bereitschaft, einen geregelten Tagesablauf einzuhalten (z.B. Praktikum, wenn noch keine Ausbildungsstelle gefunden wurde)

Ausschlusskriterien

Eine ausgeprägte Abhängigkeit von Suchtmitteln

Verweigerung

Körperliche und/oder geistige Beeinträchtigung besteht

Sexuelle Übergriffe (bereits im Vorfeld bekannte Neigungen/aktuelle Vorfälle)

Formen jeglicher Gewaltandrohung und Gewaltausübung

schwere psychische Erkrankungen

Leistungen

Bezugsbetreuersystem

Schul-/Ausbildungsplatzbegleitung

Unterstützung/Anleitung bei der Haushaltsführung

Unterstützung/Anleitung beim Einkauf

Unterstützung/Anleitung beim Kochen

Unterstützung/Anleitung bei der Planung des Monatsbudgets

Unterstützung bei der Schuldenregulierung

Unterstützung bei Behördenangelegenheiten

Unterstützung bei der Wohnungssuche

Elternarbeit/Familienarbeit

Krisenintervention

Medizinische Versorgung/gesundheitliche Betreuung/Sexualpädagogik

Freizeitgestaltung

Nachbetreuung

unbegleitete minderjährige Ausländer

Zusätzliche Leistung

Nachbetreuung:

Die Nachbetreuung soll den Jugendlichen/ jungen Erwachsenen die Möglichkeit der Unterstützung und Begleitung für die Anfangszeit der Verselbstständigung geben. Die Notwendigkeit wird im Rahmen der Hilfeplanung verankert.

Methoden

Einzel- und Gruppengespräche

Erlernen und Fördern von lebenspraktischen Fähigkeiten ( z.B.: selbstständige Haushaltsführung etc.)

Beratung und Unterstützung in schulischen und oder beruflichen Situationen/ Angelegenheiten

Hilfestellung und Beratung in Konfliktsituationen

Hilfestellung und Beratung in Konfliktsituationen

Zu den oben aufgeführten Angeboten können bei Betreuung von unbegleiteten minderjährigen Ausländern (umA) zusätzliche Besonderheiten, die einen erhöhten Betreuungsaufwand erfordern, auftreten:

Aufarbeitung traumatischer Flucht-/Verlusterfahrungen durch externe Stellen

Linderung existenzieller Ängste und Unsicherheiten

Schutz vor Isolation

Bildung einer neuen Peer-Group

Unterstützung bei der Identitätsfindung im neuen gesellschaftlichen und kulturellen Kontext

Hinführung zu den in Deutschland geltenden Normen und Werten

Zugang zur eigenen Religion und Kultur wahren und ermöglichen

Unterstützung und Begleitung der Aufenthaltssicherung/Asylverfahren

Ermöglichung von positiven Erlebnissen

Gesundheitliche Defizite

Eine sehr große und betreuungsintensive Herausforderung sind die nicht vorhandenen Sprachkenntnisse der umA. Der wichtigste und grundlegendste Faktor für die erfolgreiche Integration und Bewältigung der Maßnahme ist daher das schnellstmögliche Erlernen der deutschen Sprache. Die große Mehrheit der umA spricht ausschließlich ihre Heimatsprache. Meist ist zudem ihre Schrift eine völlig andere. Deshalb versuchen wir, die umA zeitnah in Sprachkurse zu vermitteln und sie beim Erlernen der deutschen Sprache zu unterstützen. Für die Kommunikation in der Anfangszeit (Aufbau einer vertrauensvollen Beziehung, Begleitung zu Ärzten und Behörden) können wir auf mehrere Sprachmittler zurückgreifen. Die Dienste der Sprachmittler werden gesondert in Rechnung gestellt. In der Einrichtung stehen Wörterbücher zur Verfügung.
Zur Pflege familiärer Kontakte wird eine W-LAN Verbindung bereit gestellt.

Auf Grund der besonderen Problematik und Anforderungen kann sich die Dauer der Maßnahme über 12 Monate hinauszögern.

Platz- und Fallanfragen

Schicken Sie uns Ihre Anfrage bitte per E-Mail. Gerne stehen wir für Rückfragen telefonisch zur Verfügung.